Die Bedeutung der Hanse für Stockholm
Das Mittelalter, also die Epoche die der Zeit der Wikinger in Schweden folgte, führte mit der Gründung der Stadt Stockholm durch Birger Jarl auch unmittelbar zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und dazu dass sich Stockholm zur reichsten und größten Stadt Schwedens entwickelte. Diese Entwicklung war natürlich mit den politischen Entscheidungen Birger Jarls, als Vormund des späteren Königs Waldemar, und vor allem seiner Handelspolitik verbunden.
Birger Jarl ging Mitte des 13. Jahrhunderts einen Handelsvertrag mit Lübeck, später auch mit Hamburg, ein um den Handel Schwedens nach Stockholm zu locken und hatte bei diesem Streben auch die Bedeutung der Hanse verstanden, die mit ihren Koggen große Mengen an Waren auf dem Wasserweg transportieren konnte, der schnellste und sicherste Transport jener Zeit. Zu diesem Zweck gewährte er der Hanse auch bedeutende Privilegien, unter anderem die Zollfreiheit und die Steuerfreiheit, aber garantierte den deutschen Händlern auch 50 Prozent der Sitze im Stadtrat Stockholms einzunehmen, also den Schweden gleichgestellt zu werden.
Bei den bedeutendsten Importwaren handelte es sich um Textilien, Keramik, Gewürze, Glas, Wein und Bier, was von der reicheren Schicht Stockholms sehr gefragt war. Später importierte man auch Salz, Seide und insbesondere Waffen, die man im Kampf gegen die dänische Macht benötigte. Die deutschen Händler wiederum reisten mit Eisen, Kupfer, gesalzenem Fisch, Pelzen, Butter und Getreide zurück nach Deutschland. Um diesen Handel reibungslos zu gestalten, zogen sehr viele deutsche Händler nach Stockholm um dort eine sehr wichtige Rolle einzunehmen, die Kaufmannsgilde zu schaffen und gemeinsam mit den Schweden und Finnen die heutige Altstadt (Gamla Stan) in das bedeutendste Handelszentrum Schwedens zu verwandeln, wobei der Stortorget und der Järntorget die wirtschaftlichen Zentren der Stadt wurden.
Mitte des 15. Jahrhunderts verfügte die Altstadt in Stockholm kaum noch über Holzhäuser, sondern fast ausschließlich über sehr teure Steinhäuser und die Bevölkerung war auf rund 5000 Einwohner angewachsen. Um diese Zeit hatte die Hanse auch, gemeinsam mit dem König, durchgesetzt dass anderen Handelsstädten Schwedens das Handelsprivilegium entzogen wurde und sämtlicher Handel, auch jeder aus Finnland, über Stockholm laufen musste, was Stockholm auch zur Hauptstadt des Landes machte.
Mit der Hanse kamen jedoch nicht nur die verschiedensten Waren nach Stockholm, sondern die Hanse brachte auch Wissenschaft und Technik mit nach Schweden, so dass sich Stockholm weitaus schneller entwickeln konnte als jede andere Stadt Schwedens. Im 15. Jahrhundert war es den deutschen Händlern sogar gelungen dass die Handelssprache in Stockholm das Niederdeutsch wurde und bald darauf die Mehrheit der Stockholmer auch Deutsch sprachen, von den Priestern der katholischen Kirche abgesehen, die bis zur Reformation durch Gustav Vasa, weiterhin zum Latein griffen.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts spürte man in Stockholm die Führungsstellung der deutschen immer mehr, denn die Bewohner nahmen, nach der Sprache, auch die Sitten und Traditionen der deutschen Bevölkerung an. Sehr viele der deutschen Worte zogen um diese Zeit, insbesondere bis zur Machtübernahme durch Gustav Vasa, im Schwedischen ein, was bis heute seine Folgen zeigt. Ab der Regierungszeit Gustav Vasas verstärkte sich die Handelskonkurrenz und die Hanse verlor mehr und mehr an Bedeutung, was auch dazu führte dass Stockholm immer schneller neue Wege ging. Stockholm wuchs in dieser Zeit auf nahezu 10.000 Einwohner an.
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